How to Dismantle An Atomic Bomb
von U2
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Fast könnte man an die Wiederentdeckung verschollenen U2-Songmaterials aus Anfangszeiten glauben, wären da nicht die textlichen Anspielungen auf 9-11 und klangtechnische Details, die es seinerzeit noch nicht gab. Wieder unter Mitwirkung von Brian Eno und Daniel Lanois bildet How To Dismantle An Atomic Bomb eine ganz deutliche Zäsur zu den elektronischen Experimenten der 90er Jahre. Der Song "Vertigo" überrascht mit rockigen, fast punkigen Allüren und einer wirklich ruppigen Gitarrenhandschrift, die sich durch das gesamte Album zieht. So klingt es, wenn sich U2 mit ihren heutigen musikalischen Erfahrungen in ihre Gründungszeiten zurückversetzen.
Was wäre eine Band wie U2, wenn die inhaltliche Ebene im Schatten der musikalischen stünde: Schließlich waren es die spirituellen Wurzeln ihrer Texte, die sie schon lange vor den Anschlägen auf die Twin Towers, Wirtschaftskrise und Irakkrieg zu einem Mythos machten, der zuweilen schon fast an Heiligenverehrung grenzt. Wellness für die Seele ist heute nötiger denn je, und davon gibt es auf How To Dismantle An Atomic Bomb mehr als genug. Bonos Botschaften, wie "Sometimes You Can't Make It On Your Own" in gleichnamigem Stück, spenden zwar gläubigen wie ungläubigen Schäfchen gleichermaßen Trost, sind jedoch nicht über den Verdacht einer gewissen Plattheit erhaben. Auffällig ist, wie viel sich auf textlicher Ebene um den Glauben dreht: "All Because Of You" beschäftigt sich mit Bonos Wiedergeburt, und "Yahweh" trägt gar den hebräischen Namen Gottes als Titel. Wie auch immer die Fans diese Entwicklung auffassen werden -- am Ende werden sich die meisten von ihnen wieder darüber einig sein, dass U2 mit How To Dismantle An Atomic Bomb ein homogenes Album gelungen ist. Political correct, nur diesmal zur Abwechslung im rockigen Retro-Look. -- Andreas Schultz
2. Miracle Drug
3. Sometimes You Can't Make It On Your Own
4. Love And Peace Or Else
5. City Of Blinding Lights
6. All Because Of You
8. Crumbs From Your Table
9. One Step Closer
10. Original Of The Species
11. Yahweh
Halbgare Angelegenheit
Ich kann die Euphorie über das neue Album nur ansatzweise teilen. Sicher, "Vertigo" ist ein Hammer und auch die anderen Tracks haben zum Teil ihre stärkeren Momente. Nach einigem Hören der Platte macht sich indes Ernüchterung breit: Alles schon mal gehört. Später trifft einen gar die Erkenntnis: Hier gibt es (bis auf "Vertigo") kein wirklich INNOVATIVES Stück, U2 kopieren sich selber und das auf eine uninspirierte und langweilige Art und Weise, so dass ich diese CD nicht wirklich empfehlen kann.
Es ist mir völlig unverständlich, wie man "How to Dismantle..." drei oder vier Sterne geben kann, die Platte dümpelt über weite Strecken derart zäh dahin, dass man ständig die Skip-taste des Cd-Players bedienen will. Natürlich ist der neueste U2 output immer noch besser als viele zeitgenössische Veröffentlichung, U2 scheitern aber - und zwar ziemlich grandios - an ihrem eigenen hohen Standard, den sie mit Alben wie "Joshua Tree" oder "Achtung Baby" gelegt haben. Kein Track des neuen Albums (außer vielleicht "Vertigo" und evtl. 1 zwei anderen Songs) erzielt die Qualität IRGENDEINES der tarcks auf Achtung Baby und schon gar nicht deren "Langzeit-Qualitäten".
Dre Sterne für die paar guten Lieder, 1 Stern Abzug für die vollmundige Ankündigung von the Edge, dieses Album würde ein "Monster" werden, kantig und rockig. dies ist schwülstiger als die vorherigen U2 Alben und die texte klingen wie aus dem u2 Baukasten (Man vergleiche " Eity of Blinding Lights", "Crumbs from your Table", etc). Schade.
Format: CD
Erscheinungsdatum: 22.11.2004

